Das Leben in der Filterblase

Hallöchen ihr Lieben,

ich stand neulich im Supermarkt an der Kasse, als ich eine sehr verblüffende Entdeckung machte. Der Mann hinter mir legte nämlich ein paar Tomaten in einer Plastiktüte aufs Band.
An sich nichts ungewöhnliches, aber für einen Moment brachte mich das komplett aus dem Konzept. Ich hatte ganz vergessen, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die ihr Obst und Gemüse in kleine Plastiktüten packen.
Durch meine Ökofilterblase war mir das überhaupt nicht mehr bewusst. Nicht nur in meiner WG, auch in meinem Umfeld versuchen alle möglichst umweltbewusst und plastiksparend zu leben. Dadurch habe ich es gar nicht mehr für möglich gehalten, dass tatsächlich da draußen noch Menschen rumlaufen, die Plastiktüten fürs Einkaufen benutzen.
Vermutlich hat sich dieser Mensch gar nichts dabei gedacht und ist einfach nur friedlich einkaufen gegangen. Trotzdem hat es mir mal wieder vor Augen geführt, dass nicht alle Menschen so plastikfrei leben wie ich es und es gut ist auch mal nach rechts und links zu gucken. Sonst verliert man nämlich auch sehr schnell den Blick dafür wie sehr sich das eigene Verhalten doch vom Verhalten anderer unterscheidet. Mir hat es außerdem geholfen mir bewusst zu machen, wie weit ich schon gekommen bin. Auch wenn der Weg in ein Zero Waste Leben noch lang ist, so wurde dennoch schon viel geschafft.

Was war euer letztes Erlebnis, bei dem ihr komplett aus eurer Filterblase gerissen wurdet?

Eure Antonia

2 Gedanken zu “Das Leben in der Filterblase

  1. Hey Antonia,

    danke für deinen Beitrag! Ich habe auch Erfahrungen mit der Blase gemacht, bislang hauptsächlich auf Social Media.

    Aber seit Januar bin ich im Austausch in Thailand und habe da erst realisiert, wie stark die Filterblase eigentlich ist, die einen sonst immer umgibt…
    In jedem Fall ist es eine wertvolle Erfahrung…aber macht auch nachdenklich. Denn wie übertrieben hier Einwegplastik nicht nur von Einheimischen, sondern auch von all den anderen Austauschstudenten wie selbstverständlich genutzt wird, ist ziemlich krass.

    Wichtig ist in jedem Fall, dass wir nicht aufgeben und ich mach auch im Ausland erfolgreich mit Zero Waste weiter 🙂
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man auch Thailand überraschend gut Zero Waste leben kann, denn die Strukturen sind da! Es nutzt sie nur keiner. Und so gehe ich auf den lokalen Märkten einkaufen, lasse mir Currypasten in Schraubgläser abfüllen und filtere das Leitungswasser – was wiederum andere Menschen ein Stück weit aus ihrer Blase reißen kann!
    LG Kristina 🙂

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  2. Das kommt mir sehr bekannt vor. Für mich ist das so abwegig, dass ich total irritiert bin, wenn ich sowas sehe.
    Mein letztes solches Erlebnis war erst heute morgen, als ich mitbekommen habe, dass jemand etwa in meinem Alter die CDU gewählt hat. In meinem Kopf ist das etwas, was man nur mit 40+ macht, weil das in meinem direkten Umfeld einfach so ist.
    Man muss sich wirklich regelmäßig bewusst machen, dass nicht jeder so denkt wie man selbst.

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